Bloody Mary oder wohin mit dem ganzen Staudensellerie

Bloody Mary (1 von 1)

Schon lange bevor das erste Grün im Saisongarten gesprossen ist, habe ich meinen Freunden angekündigt, dass ich sie mit Geschenken in Form von Gemüse überhäufen werde. Bisher gab es also Salat- und Mangold-Pakete, Fenchel und Zucchini haben den Besitzer gewechselt und auch der erste geerntete Wirsing ging an liebe Freunde.

Jetzt wird so langsam der Staudensellerie erntereif und ich weiß nicht wohin mit den 15 Pflanzen (Interessenten bitte melden!). So glich das Angebot, ihn zu verschenken schon eher Drohungen im Sinne von: Und ihr müsst auch noch Staudensellerie mitnehmen!
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Pimm’s No. 1 oder mein Cocktail für laue Frühlingsabende

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Die Wenigsten von euch wissen es, aber ich war mal für ein paar Monate als Au Pair in London. Daran hab ich keine allzu guten Erinnerungen. Das Einzige was ich von da Positives mitgebracht habe, ist Pimm’s! Ja, Alkohol. Meine damalige Situation hat es erfordert. Und soweit ich mich erinnere, war es wohl der heißeste Sommer in London seit 50 Jahren. Continue reading “Pimm’s No. 1 oder mein Cocktail für laue Frühlingsabende”

Selbstgemachter Quittensirup oder Hugo ist OUT und Pablo ist IN

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Kennt ihr noch diesen Hugo, der in den Sommermonaten von allen Fräuleins geschlürft worden ist? Ganz ehrlich, Frau von Welt trinkt heute Pablo. Denn Hugo ist OUT. Und ja, Frau von Welt trinkt Pablo schon um 11 Uhr morgens. Ganz selbstverständlich. Frau von Welt darf das, denn sie hat ihren Magistertitel in der Tasche.

Ich feiere mich heute also selbst und stelle euch das neue IN-Getränk vor:  Pablo

Sekt, selbstgemachter Quittensirup und Rosmarin.

Frau Mama und Herr Papa haben schon nicht mehr daran geglaubt, ich selbst teilweise auch nicht, aber nach 6 Jahren des überaus engagierten Studierens habe ich es doch tatsächlich geschafft und seit gestern meinen Magistertitel in der Tasche. Anlass genug, ein eigenes Getränk zu kreieren.

Mit der Quitte hat es aber noch etwas ganz anderes auf sich. In der Nähe unserer neuen Wohnung steht ein Baum, der bis vor 2 Wochen noch pelzig gelbe Früchte trug, birnenförmig und riesig wohl gemerkt. Ich war immer der Ansicht, Quitten seien sehr glatthäutig und vor allem Apfelgroß. Ich pflückte also heimlich nachts eine Frucht, um sie genau zu untersuchen, es wurde mir von Anneliese allerdings strengstens untersagt, irgendwas damit zu kochen oder produzieren, schließlich solle ich uns nicht vergiften mit der bis dahin noch unbekannten Frucht.  Angesichts dessen, was ich sonst so anschleppe verständlich, hatte ich doch erst vor einigen Wochen wohl giftiges silbernes Unkraut in die Wohnung verfrachtet, weil es ja SO schön aussah.

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Wenigstens kennt sich Frau Mama aus und sagte: Kind, Quitten sind immer pelzig und auch die Birnenform ganz normal. Gut, ich hatte also eine geklaute Quitte in Birnenform, damit ließ sich nicht viel anfangen und Frau Mama musste knapp 1,5 Kilo Quitten in Apfelform anliefern, dass ich gewünschten Quittensirup zubereiten konnte.

Ihr braucht:

1,5 Kilo Quitten

1,5 Liter Wasser

300 g Zucker, gemischt weiß und braun

2 Zitronen, ausgepresst

Die Quitten sehr gut reinigen, am besten mit einem Stahlschwamm, denn genau dadurch verlieren sie ihre pelzige Haut. Strunk und Stiel entfernen, aber mit Gehäuse und Schale geviertelt mit dem Wasser in einen großen Topf geben. Aufkochen und dann ca. 40 Minuten köcheln lassen. Das Ganze durch ein feines Sieb gießen und dann die verkochten Quitten in einem alten, dünnen Geschirrhandtuch nochmals auspressen, so dass der fein gesiebte Sud im Topf ist. Mit 300 g Zucker dann nochmal 5 Minuten sprudelnd kochen. Zitronensaft nicht vergessen.

In sterile Flaschen oder Gläser füllen. (Solche mit Schnappverschluss sind nicht zu empfehlen). Im Kühlschrank hält er sich am besten.

Die Quitten selbst halten sich an einem kühlen dunklen Ort auch sehr lange. (Die Geklaute ist jetzt noch topfit in meinem Obstkorb).

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So, kommen wir zu Pablo. Ihr habt jetzt den Quittensirup, nun benötigt ihr unter allen Umständen einen guten Sekt, am besten eure Lieblingsmarke und einige Zweige Rosmarin.

Die Mischung überlasse ich eurem Geschmack, etwa 1 EL Sirup auf 1 Glas Sekt. (Mein Sekt stammt aus Annelieschens Magisterpaket, welches zur Stärkung für die Prüfung gedacht war. Ich glaube mein Prof. war aber ganz froh, dass ich den Konsum auf heute Morgen verschoben habe.) Und ja, ihr dürft Pablo schon morgens um 11 Uhr trinken, im Schlafanzug auf der Couch sitzend, während ihr alle Lernsachen im Kamin vernichtet (den ich leider nicht habe, aber gut, Frau von Welt braucht das auch nicht).