Die Geschichte der Zwiebel oder Zwiebel-Tarte-Tatin

Marimekkoteller mit Zwiebel Tarte Tatin

Wie kommt es eigentlich, dass die Zwiebel in 80 Prozent unserer Gerichte landet aber doch so selten die Hauptrolle spielt? Wir kennen Sie als Geschmacksgeber und –träger, als Würzmittel, als Scharfmacher oder aber auch süß und karamellisiert. Denn die Zwiebel hat viele Vorzüge: Sie trägt die wunderbarsten Aromen in sich und nimmt dankbar Gewürze und Süßungsmittel auf. Und nicht nur das, sie ist einfach unglaublich gesund. Gerade deshalb ist es so schade, dass sie selten die Hauptrolle übernehmen darf.

Rot, weiß, gelb oder doch Schalotten? Wenn es um die gesunden Inhaltstoffe geht, liegt die rote Zwiebel ganz weit vorn. Ihre Antioxidantien sichern uns vor freien Radikalen und lindern Entzündungen. Deshalb ist sie auch ein wunderbarer Krebsgegner. Besonders vor Magenkrebs schützen ihre Schwefelverbindungen. Diese sind auch dafür verantwortlich, dass die Zwiebel zu den Fettburner-Gemüsen zählt. Denn aus ihnen bildet sich Taurin – eine Aminosäure, die für die Hormonausschüttung verantwortlich ist. Und eben diese Hormone bewirken den Fettabbau. Auch zum Entgiften und zur Cholesterinsenkung sind die Zwiebeln der Renner.

Fragt man meinen Opa, so hat die Zwiebel schon so manches Leben gerettet. Als er nach dem zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft geriet, war überall in Deutschland das Essen rar. Felder waren zerstört, Tiere getötet und Lager ausgeraubt worden. Seine Mutter konnte ihm lediglich einige Zwiebeln schicken. Bis heute noch kann ich es kaum glauben, dass er die damals pur gegessen hat. Und seitdem sind sechzig Jahre vergangen, an denen mein Opa täglich eine halbe Zwiebel mit Quark und Haferflocken gegessen hat. Heute ist er 87 Jahre alt, niemals krank und seit ich ihn kenne, ohne eine einzige Erkältung.

Wir entdecken täglich neue Superfoods, schlagen uns um überteuerte Chiasamen und Gojibeeren, dabei liegt das Superfood direkt vor unsere Haustür. Und das wortwörtlich, ist das Gemüse im Anbau doch relativ anspruchslos. In meinem Saisongarten kann ich von August bis Oktober Zwiebeln ernten und noch heute liegen im Keller einige kleine Exemplare. Und weil diese endlich mal im Mittelpunkt stehen sollten, gibt es eine:

Zwiebel-Tarte-Tatin

Ca. 350 g Zwiebeln (rote und weiße)

1 EL Butter

2 EL Olivenöl

Salz und Pfeffer

2 EL dunkler Balsamico-Essig

1-2 TL Zucker

5-6 Platten TK-Blätterteig oder 1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal (ich nehme den Bioblätterteig von Moin, den gibt es auch in vegan)

Frische Thymianzweige

Zwiebeln schälen, halbieren und in etwa 1 cm breite Spalten schneiden. In einer Pfanne bei kleiner Hitze Butter und Olivenöl erhitzen. Zwiebelspalten vorsichtig hineinlegen, salzen, pfeffern, mit Deckel zudecken und ca. 5-10 Minuten schmoren. Dann Zwiebeln wenden und nochmal schmoren lassen.

Inzwischen eine runde Auflaufform einfetten und den Blätterteig aus dem TK-Fach nehmen. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Wenn die Zwiebeln sehr glasig sind, vorsichtig Balsamico-Essig zugeben und einkochen lassen. Danach Zwiebeln mit Zucker bestreuen und nochmals wenden. Zwiebeln in Auflaufform geben und flach ausbreiten. Mit TK-Platten bedecken. Diese ggf. zuschneiden. Ca. 20 Minuten backen, bis der Blätterteig schon aufgegangen und gebräunt ist. Aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen. Dann auf eine Kuchenplatte stürzen und mit frischem Thymian bestreuen.

Wer will, benutzt zum Schmoren der Zwiebeln Olivenöl oder Margarine, dann ist die Tarte vegan.

 

 

6 comments

  1. Das passt ja gut! Vive la France 🙂

  2. Zu Beginn, die Tarte sieht köstlich aus, so ein einfaches Rezept, dass muss ich unbedingt probieren!
    Wow zu deinem Opa, Zwiebel mit Haferflocken ist auch mal etwas, dass ich noch nicht gehört habe=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

  3. Liebe Lena, allein das Lesen macht schon so viel Spaß, da muss man-frau- einfach das Rezept nachkochen. Ich glaube, dein Opa wird mal wieder auf Wolke 7 schweben, wenn er den Artikel liest

  4. Hallo Lena, das ist ja eine tolle Zwiebelgeschichte von deinemOpa. Mein Vater erzählte eine ganz ähnliche Geschichte aus dem Krieg. Er kam verwundet in ein Lazarett und es gab nichts zu essen außer rohen Zwiebeln. Er schwört, dass sie ihm das Leben gerettet haben. Nun ist er 95 Jahre alt und noch recht fit für das Alter. Also, sollten wir wirklich täglich Zwiebeln essen. Liebe Grüße, Alexa

  5. Das ist ein ganz wunderbarer Post, liebe Lena <3 Ich liebe Zwiebeln, ess sie total gerne geschmort, weil sie dann so schön süßlich werden, das mag ich gern.
    Viele Grüße an Deinen Opa 🙂
    Julia

  6. Liebe Lena,
    vielen Dank für dieses tolle Rezept. Ich habe es schon mehrmals zubereitet und es hat jedesmal wunderbar geschmeckt. Ich nehme dazu eine Mischung aus süßen und roten Zwiebeln. Meistens gibt es dazu einen leichten Salat.

    Liebe Grüße,
    Laura

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