Selbstgemachte Falafel mit Tahindip oder mehr Mut zum vegetarischen Döner

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Ich weiß nicht, wie es den Vegetariern unter euch geht, aber ich finde die meisten vegetarischen Döner die angeboten werden, sind zum weglaufen. Brot, Knoblauchsoße, Salat, 1 Tomatenscheibe und ein paar Zwiebeln. Und wenn man nach etwas Schafskäse fragt, schauen die Dönermänner schon, als würde man Ihnen die Frau wegnehmen. Jedes mal ärgere ich mich im Nachhinein, dafür auch nur 3 Euro bezahlt zu haben. Und frage mich, warum man sich nicht etwas mehr Mühe geben kann, mit dem vegetarischen Döner, schließlich gibt es da so viele Variationsmöglichkeiten.

Ich hab ja heimlich immer mit dem Gedanken gespielt, in Mainz eine vegetarische Dönerbude aufzumachen und den original Berliner Gemüsedöner von Mustafa anzubieten und vor allem heimlich damit geliebäugelt, dadurch reich zu werden. Ihr müsst nur Ingeborg fragen, wie oft ich davon gesprochen habe. Gut, um es kurz zumachen, so ein Verrückter ist mir zuvorgekommen und hat doch tatsächlich in Mainz einen Laden eröffnet, der Berliner Gemüse Döner heißt. Und ja, er gibt sich sehr viel Mühe mit dem vegetarischen Döner. Allerdings kommt auch er um Welten nicht an das Berliner Original heran. Dort findet man nämlich in dem leckeren Brot einen Tomaten-Gurken-Salat, Zwiebelringe, Salat, Schafskäse, frittiertes Gemüse (Kartoffeln, Karotten, Auberginen, Zucchini), Koriander und frischen Zitronensaft. In Mainz findet man vor allem Kartoffeln, gar kein Koriander und auch mit dem Schafskäse wird gegeizt. Ich bitte euch liebe Dönermänner, macht von mir aus den Döner 1 Euro teurer, aber serviert uns Vegetariern doch mal was Schmackhaftes, was wofür ihr euch richtig Mühe gebt.

Das ist eben gar nicht schwer, wie ich vorgestern an meinen ersten selbstgemachten Falafel gemerkt habe. Entdeckt habe ich das Rezept dazu in der aktuellen Schrot und Korn. Eine Zeitschrift, die bei mir ganz weit vorne rangiert. Vor Veggie Slowly, vor Jamie, vor Essen&Trinken und vor der Lecker Bakery. Die Rezepte sind immer und zwar wirklich immer der Knüller, die Zeitschrift liefert sehr viel Hintergrundinfos zur einer biologischen und nachhaltigen Lebensweise und das Beste – sie ist umsonst! Mitnehmen kann man sie ganz einfach beim nächsten Alnaturamarkt und das möchte ich euch wirklich ans Herz legen.

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Für 4 Personen braucht ihr:

Für die Falafel:

250 g getrocknete Kichererbsen

Glatte Petersilie, etwa 10 Stiele

1 große Zwiebel

2 große Knoblauchzehen

1 TL Backpulver

½ TL gemahlener Kreuzkümmel (oder mehr)

½ TL Zimt

1 Messerspitze Cayennepfeffer

2 EL Mehl

Salz

3 EL Wasser

Für den Tahindip:

300g Naturjoghurt

1 EL Tahin (Sesammus, gibt es z.B. in den Alnaturamärkten)

1 Peperoni

Salz

Pfeffer

Für Dönerbrötchen:

4 Pane all italiana (oder Fladenbrot)

3 Tomaten

1 Salatgurke

Salat

Die Kichererbsen müssen über Nacht in einer Schüssel mit Wasser bedeckt einweichen. Am nächsten Tag das überschüssige Wasser abgießen und eine kleingeschnittene Zwiebel, den grob gehackten Knoblauch und die Petersilie dazugeben und mit dem Pürierstab oder einem Blitzhacker fein pürieren. In einer kleinen Schale den 1 TL Backpulver mit 3 EL Wasser verrühren bis es richtig schäumt, dann die Gewürze, das Mehl und etwa 1 TL Salz dazugeben und verrühren. Diese Gewürzmischung dann mit den pürierten Kichererbsen vermischen und 1 Stunde kalt stellen. Die Kichererbsenmischung kann man jetzt schon abschmecken, sie sollte kräftig gewürzt sein.

Für den Tahindip einfach 300g Joghurt mit einem EL Tahin verrühren, eine Peperoni kleinschneiden und mit Salz und Pfeffer dazugeben. Bis zum Verzehr kaltstellen.

Nach einer Stunde könnt ihr die Falafel frittieren. Schrot und Korn empfiehlt dafür 1 Liter Frittierfett, das halte ich für unnötig, füllt einfach einen sehr kleinen Topf ca. 2 cm hoch mit Sonnenblumenöl und lasst es heiß werden. Die richtige Temperatur ist erreicht, wenn an einem hineingehaltenen Holzstäbchen Blasen aufsteigen. Damit das Öl nicht immer heißer wird, eine Stufe zurückdrehen. Die Falafelbällchen könnt ihr nun mit einem Esslöffel und eurer feuchten Handfläche formen. Damit sie auch innen durchgebacken sind, empfehle ich, sie höchstens 2 cm dick zu machen. Ganz vorsichtig mit dem Esslöffel ins Öl gleiten lassen. Auf keinen Fall reinwerfen, plumpsen oder schubsen, dann spritzt das Öl und die Falafel backen am Topfboden an. Wenn eure im Fett schwimmende Seite goldbraun gebacken ist, den Falafel ganz vorsichtig umdrehen und etwa 2-3 Minuten weiterbacken. Wenn ihr sie rausholt, am besten auf ein Stück Küchenrolle legen, dass das Fett ablaufen kann.

In der Zwischenzeit solltet ihr eure Tomate und Gurke in feine Scheiben schneiden, das Brot auftoasten und mit Tahindip bestreichen. Mit Salat, Tomate und Gurke belegen und die möglichst heißen Falafelbällchen darauf verteilen.

Wenn ihr anstelle des Naturjoghurts Sojajoghurt benutzt, habt ihr ein tolles veganes Rezept.

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Wraps gefüllt mit Salbeilachs, Tomatensalsa und Chilimayonnaise oder mein neues Kochbuch aus Wien

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Nicht, dass mein neues Kochbuch ein Wiener Kochbuch wäre, ja noch nicht mal eins aus Österreich, genau genommen sogar keins aus Europa. What Katie ate ist ein Kochbuch der australischen Bloggerin Katie. Genau genommen der Irin Katie, die in Australien lebt. Aber das wird jetzt zu kompliziert. Fest steht, das Kochbuch What Katie ate ist schon seit Monaten auf meiner Amazon-Wunschliste, da ihr Blog nicht nur die schönsten Foodfotos überhaupt liefert, sondern auch noch geniale Rezepte in Hülle und Fülle. Und was das mit Wien zu tun hat, darauf komme ich jetzt. Silvester und die ersten Tage im neuen Jahr haben Anneliese und ich in der österreichischen Hauptstadt verbracht. Dort haben wir uns mit Apfelstrudel, Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren zugestopft und ganz nebenbei noch ein australisches Kochbuch erstanden. Nicht nur, dass es in Österreich ein paar Euro teurer war und auch  zusätzliches Gewicht im Koffer lieferte, auch, dass ich vor lauter Sightseeing und Leckereien in mich reinstopfen, überhaupt keine Zeit haben würde, das Buch sofort genauestens zu studieren, hielt Anneliese nicht davon ab, mir mein neues Lieblingskochbuch zu erstehen.  Wir mussten kurz darauf natürlich sofort wieder ein Cafe ansteuern, damit ich das Buch genau in Augenschein nehmen konnte. Und trotz der österreichischen Köstlichkeiten lief mir bei all den tollen Rezeptideen das Wasser im Mund zusammen.

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Überzeugend sind für mich neben der guten Foodfotografie, vor allem die Vielfalt der Rezepte und die Möglichkeit, die meisten Rezepte auch vegetarisch abzuwandeln. Katie gibt oft schon Vorschläge, was man wie ersetzen könnte, um ein vegetarisches Gericht zu zaubern. Zudem erzählt Katie zu den meisten Gerichten ihre persönliche Geschichte und das ist es, was ich besonders mag. Auch auf meinem Blog entstehen die meisten Kreationen aus einer Geschichte heraus. Alles was wir bisher nachgekocht haben, war ein voller Erfolg. Vielleicht auch nur, weil Anneliese gekocht hat.

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Auch zu unserem Wrap-Dinner hat mich Katie inspiriert, die Idee zur Tomatensalsa und zur Chilimayonnaise stammt von ihr, auch wenn ich die Zubereitung etwas abgewandelt habe.

Das Tolle an einem Wrap ist ja, jeder kann ihn nach seinen eigenen Vorstellungen und Vorlieben belegen, komplett vegetarisch oder mit Fisch, süß oder salzig, voll und überquellend oder nur leicht gefüllt.

Für die Wraps mit Salbeilachs, Tomatensalsa und Chilimayonnaise braucht ihr für 2 Personen:

2 große oder 4 kleine Wraps

2 Lachsfilets

5-6 Blättchen frischen Salbei

Zitronenzesten (abgeriebene Zitronenschale)

Butter

1 Avocado

Rucola

Tomatensalsa: 10 kleine Cocktailtomaten, 2 Schalotten (oder 1 rote Zwiebel), 2 Knoblauchzehen, Balsamicoessig, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitronensaft

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Chilimayonnaise: 1 Eigelb, 125 ml neutrales Öl, Salz, Pfeffer, 1 TL Senf, 1 frische Peperoni, 1/3 TL Chilipulver

Die Zubereitung der Mayonnaise ist etwas knifflig. Zunächst sollten Ei und Öl die gleiche Temperatur haben, das heißt, am besten schon ein paar Stunden vorher das Ei aus dem Kühlschrank holen und zum Öl legen.  Die frische Peperoni (Peperonico) in dünne Scheiben schneiden. Nun das Eigelb und 125 ml Öl mit dem Pürierstab zu einer schönen sämigen Masse pürieren. Salz, Pfeffer, Senf und Peperoni und Chilipulver hinzugeben und nochmals kurz pürieren. Jetzt sollte das Ganze schon wie eine cremige Mayonnaise aussehen. (Falls es eher aussieht wie eine flüssige Saftmayonnaise, ist das kein Problem, solange es schmeckt.) Bis zur Verwendung könnt ihr die Mayonnaise im Kühlschrank aufbewahren.

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Für die Tomatensalsa die kleinen Cocktailtomaten vierteln, die 2 Schalotten sehr fein hacken, genau wie den Knoblauch. Nun mit Balsamicoessig (1 EL) und Olivenöl (1 ½ EL) mischen und mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft abschmecken.

Die Salbeiblätter für das Lachsfilet in kleine Stücke schneiden und mit den Zesten einer Biozitrone in ca. 20 g Butter ganz leicht anbraten, die Lachsfilets darauf legen und mit einem Deckel über der Pfanne ca. 6 Minuten von jeder Seite nicht zu heiß anbraten, sondern eher durchgaren. Die Lachsfilets könnt ihr in der Pfanne leicht salzen und pfeffern.

Die Avocado in Spalten schneiden und den Rucola waschen. Wer möchte kann die Wraps auch aufwärmen.

Wir haben die Teigfladen zunächst mit Mayonnaise bestrichen, darauf den Lachs und Rucola gelegt, danach Tomatensalsa und Avocado. Wie ihr den Wrap faltet, bleibt euren Faltkünsten überlassen, natürlich könnt ihr ihn auch mit Messer und Gabel essen. Auf jeden Fall solltet ihr Servietten bereitlegen. Und am besten eine Serviette auf den Schoß legen und in euren Kragen stecken. Oder gleich eine Schürze anziehen.

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