Selbstgemachte Salbeinudeln oder „Ich hab Angst, dass es vorbei ist“

Selbstgemachte Salbeinudeln gefüllt mit Ricotta und Spinat

Salbei-Nudeln

Ich hab lange überlegt, mit welchem Rezept ich diesen Blog starten soll, der mir schon seit langer Zeit im Kopf herumspukt. Und nun ja, es sollte nicht zu simple sein, à la „Nudeln machen, ist auch kochen“! Aber dann hab ich mir gedacht: Nudeln machen, ist tatsächlich kochen und eins meiner absoluten Lieblingsrezepte ausgewählt.

Gegessen werden musste das Ganze natürlich von meinen Freunden. Nicht umsonst heißt dieser Blog lenasfoodforfriends. Ja, meine Freunde, ihr werdet sie schon alle nach und nach kennenlernen, mit ihren Vorlieben und Geschmäckern, der eine mag kein Fleisch, der andere nichts was aus dem Wasser kommt, Kuchen mögen zum Glück alle, besonders teigig für die Königin und besonders warm für Frau Schröder. Zum Glück hab ich wenigstens eine Ingeborg zu Hause, die fast alles isst.

Nachkochen geht ganz leicht, wenn man denn, so wie ich, eine Nudelmaschine von Mama hat. Dann gilt es sich zwei fleißige Helferlein einzuladen (am besten eine in Genauigkeit nicht zu überbietende Ingeborg und eine starke, weil im Nudelmachen erfahrene, Frau Schröder).IMG_0881

Der Nudelteig:

450 g Hartweizengries

150 g Mehl

2 kleine Eier (natürlich Bio, am liebsten vom Bauer)

Ca. 100 ml Wasser (kann auch mehr oder weniger sein)

Der Teig sollte geknetet werden, am besten natürlich in einer Küchenmaschine, wahlweise auch mit dem Handrührgerät oder für ganz Fleißige, mit den Händen. Die Konsistenz sollte etwas fester als Hefeteig aber trockener sein und auf keinen Fall mehr an den Händen kleben. Die kleinen Grieskörner, die noch zu fühlen sind, werden später in der Nudelmaschine verschwinden. Dann den Teig zu einem großen Ball formen und luftdicht verpacken. Optimal ist eine Ruhezeit von 2-3 Stunden im Kühlschrank.

In der Zwischenzeit kann man die Füllung vorbereiten. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: „Nicht muss, alles kann!“

Meine Lieblingsfüllung:

500 g Ricotta

Ca. 200 g Rahmspinat, mit roten Zwiebeln und Butter zubereitet

Frisch geriebener Gouda (2 Handvoll)

2 Knoblauchzehen, fein geschnitten

Viel Salz und Pfeffer

Muskatnuss

Die Füllung sollte man sehr kräftig würzen, da sie für den neutralen Nudelteig mitschmecken muss.

Wenn die Helferlein da sind, kann es losgehen. Den Nudelteig portionieren und in etwa kiwigroßen Stücken durch die Nudelmaschine drehen. Dass der Teig bei den ersten 2-3 Durchgängen noch sehr sehr bröckelig ist, ist ganz normal. Wichtig ist, die Teigbahn immer wieder zu falten und abwechselnd längs und quer in der Maschine zu drehen. Nach etwa acht Durchgängen auf der größten Stufe, kann man zur nächstkleineren wechseln. Hier muss man einfach auf sein Gefühl hören. Immer wenn der Teig schön geschmeidig ist, kann man zur nächsten Stufe wechseln.

IMG_0892Es sind also 20-30 Durchgänge erforderlich, bis ihr die perfekte Nudelplatte habt.    Diese gilt es jetzt ohne Falten abzulegen. Wichtig ist auch, dass man den Teig später leicht wieder von der Unterlage lösen kann. In der Not habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies am besten auf einer aufgeschnittenen Brottüte vom Bäcker funktioniert. (Ja, zu Ingeborgs Leidwesen, darf bei mir selbst eine alte Brottüte nicht ohne zweimalige Wiederverwendung  weggeworfen werden).

Für das Füllen ist akkurate Akribie erforderlich, deswegen besorgt ihr euch dafür möglichst  eine Ingeborg, am besten so eine, wie ich sie hab. Jede fertige Nudel sollte etwa 1 TL Füllung enthalten.

Die zweite Nudelplatte genauso herstellen wie die erste und dann auflegen. Wichtig ist es, die Seiten und Zwischenräume fest zuzudrücken. Zum Schneiden eignet sich ein Pizzaschneider oder auch ein spezieller Nudelteigschneider, wenn man denn einen hat. Zur Not tuts auch ein Messer.

Das Nudelkochwasser für selbstgemachte Nudeln, sollte nicht sprudelnd kochen, sonst ist die Gefahr zu groß, dass die einzelnen Nudeln auseinander fallen. Lieber einmal aufkochen, salzen und dann zurück drehen.

Die Nudel brauchen zwischen 5-8 Minuten, je nachdem wie dick ihr den Teig ausgerollt habt und wie weich ihr die Nudeln haben wollt. Am besten einfach eine probieren.IMG_0899

Während die Nudeln kochen, kann man super die Salbeibutter vorbereiten. Ein großes Stück Butter schmelzen, Salbeiblätter klein schneiden (1 Cent Stück groß) dazugeben, am besten die Frischen vom Markt oder aus dem Garten. Kurz ziehen lassen und mit 1 TL Zitronenöl von Zait (http://www.zait.de/) abschmecken. Das gibt der Butter einen super fruchtigen Geschmack und macht die Salbeibutter erst perfekt. (Optional kann man noch kleine Cocktailtomaten dazugeben, so wie ich es auf den Fotos getan habe.)

Ich vermische die abgefischten Nudeln und die Salbeibutter am liebsten in der heißen Pfanne. Je nach Geschmack, passt grob geriebener Parmesan hervorragend dazu, genauso wie schwarzer Pfeffer.

Und wenn einer nach dem ersten Bissen, wie die Königin es so wunderbar formuliert hat, sagt: „Oh nein, ich hab Angst, dass es vorbei ist“, dann habt ihr alles richtig gemacht.

Ich habe übrigens noch weitere selbstgemachte und gefüllte Nudeln auf dem Blog, z.B. mit Kürbisfüllung.

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9 comments

  1. und es ist sooooo lecker 🙂

  2. da bekommt man ja richtig appettit…. schmeckt bestimmt sehr lecker!!!!

  3. Schade, dass ich nicht dabei war!

  4. Ein toller erster Eintrag! Lena ist eine wundervolle Gastgeberin, deren Augen (nicht nur) beim Kochen blinken und funkeln. Lena: Ich bin stolz, deine Testerin und Freundin zu sein!

  5. Liebe Lena,
    schön das wir uns auf dem Maggi Event kenengelernt haben, war ein klasse Tag 🙂

    Natürlich musste ich hier gleich mal vorbeiklicken und deine Nudeln sehen super lecker aus:-) Vielleicht machen wi die ja mal zusammen *_*

    Liebe Grüße auch an Sebastian von Thomas
    Bis hoffentlich bald mal…wäre schön wenn es klappt;-)

    Claudia

  6. Hallo Lena – seit 2 Jahren habe ich Salbei im Garten aber eigentlich außer Tee keine Idee was ich damit anstellen kann. Dann habe ich dein Rezept entdeckt und nachgekocht – superlecker !! Wird es öfter geben- Danke für das Rezept Gruß Erika

  7. Liebe Lena, mir läuft das Wasser im Mund zusammen….
    Jetzt brauche ich nur noch eine Ingeborg, dann leg ich los.
    Tolle Seite, bin schon gespannt auf die weiteren Rezepte

  8. Hallo Lena – heute gab es wieder Salbeibutter und diesmal sogar mit selbstgemachten Nudeln gefüllt mit Ricotta und Spinat und viel Knoblauch. Das braucht schon seine Zeit und fettarm kann man es auch nicht nennen – aber jede einzelne Kalorie war es wert. Bis wieder mal Gruß Erika

  9. Hallo Lena, Deine Salbei- Nudeln einfach super lecker.

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